Online Vertriebskanäle nutzen

An dem mit Mitteln des ESF geförderten Projekt beteiligt sind das Zukunftszentrum Holzminden-Höxter, die BBS in Holzminden, die IHK Hannover, die Technische Hochschule Lübeck und die Wirtschaftsförderung im Landkreis Holzminden. Ziel dieser Kooperation ist die Schaffung eines Qualifizierungsangebots mit IHK-Zertifikat im Bereich des E-Commerce, welches optional und ausbildungsgangübergreifend angeboten wird. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird aus Mitteln des europäischen Sozialfonds gefördert. Zugrunde liegen ihm Ergebnisse des Vorgängerprojekts „Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung in ländlichen Räumen durch innovative Lernszenarien“.

 

Auf den Ergebnissen und Erkenntnissen aus dem Projekt „Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung in ländlichen Räumen durch innovative Lernszenarien“ aufbauend haben sich die nach dem transdisziplinären Ansatz zusammenarbeitenden Kooperationspartner der berufsbildenden Schule Holzminden, der IHK Hannover, dem Zukunftszentrum Holzminden-Höxter, der Fachhochschule Lübeck und ergänzend der Wirtschaftsförderung im Kreis Holzminden in einem weiteren aus Mitteln des europäischen Sozialfonds geförderten Kooperationsprojekt namens „Online Vertriebskanäle nutzen“ zur gemeinsamen Arbeit organisiert. Ziel dieser Kooperation ist die Schaffung eines (Weiter)-Bildungs- und Qualifizierungsangebots mit IHK-Zertifikat. Dieses freiwillige und optionale Zusatzangebot der berufsbildenden Schule ist als bedarfsspezifische Ergänzung der bestehenden Ausbildungsgangstruktur zu verstehen, welches ausbildungsgangübergreifend ein didaktisch wertvolles und zukunftsorientiertes Konzept in einer digitalen Modernität darstellt.

Ein Bedarf für die Entwicklung dieses Angebots zur Nutzung von digitalen Vertriebskanälen ergibt sich unter anderem durch die besondere Bedarfslage der regionalen Wirtschaft im Kontext der ländlich-peripheren Region. Durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur kann die berufsbildende Schule in der Region den neuen Ausbildungsberuf zum Kaufmann/ zur Kauffrau im E-Commerce nicht anbieten, ohne dabei erhebliche Nachteile und Konsequenzen in den anderen Ausbildungsgängen zu befürchten. Zur Erhaltung der Vielfalt an Berufsbildungsmöglichkeiten vor Ort bedarf es daher einer anderen Option, diese Qualifizierung in der Region anzubieten, denn gerade im Kontext genannter ländlicher Bedingungen hat der Onlinevertrieb eine große Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Insbesondere die relational mit sehr hohem Anteil vertretenen kleineren Unternehmen sind im Zuge der Digitalisierung der Gefahr ausgesetzt, digital abgehängt zu werden. Die ländliche Wirtschaft profitiert dabei in besonderem Maße von der Möglichkeit des digitalen Vertriebs, da so strukturbedingte und wettbewerbsverzerrende Nachteile aufgehoben werden können und auch die Klein- und Mittelunternehmen Zugang zu überregionalen Märkten bekommen. Vor diesem Hintergrund spielt ein zeitgemäßes Bildungsangebot auch im Kontext der Fachkräfteentwicklung eine wichtige Rolle, ergibt sich dadurch doch die Chance, die ländlich-peripheren Strukturnachteile auszugleichen.

Im Projekt „Online Vertriebskanäle nutzen“ wird sich mit einer Bandbreite an Fragestellungen beschäftigt, die zur gelingenden Etablierung eines solchen Bildungsangebots von elementarer Bedeutung sind. Die Zielgruppe der (weiter)bildenden Maßnahme sind zunächst interessierte Auszubildende aus sechs Bildungsgängen im IT- und kaufmännischen Bereich. Ob und mit welchen Rahmenbedingungen das Angebot für Zusatzqualifikationen betrieblicher Art und der entsprechenden Zielgruppe geöffnet werden kann spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Frage nach der regionalen Bedarfssituation, welche im Zuge der wissenschaftlichen Begleitevaluation durch eine Bedarfs- und Bestandsanalyse ermittelt wird. Um die Zukunftssicherheit ländlich-peripherer Regionen zu sichern und auch überregional einen Beitrag zur Fachkräfteentwicklung zu leisten nimmt das Thema der Übertragbarkeit im Projekt einen sehr hohen Stellenwert ein. Es gilt herauszufinden, auf welche Art und Weise die benötigten Lehrmaterialien entwickelt werden müssen, sodass sie im Anschluss an das Projekt und im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen der Nutzungsrechte genutzt werden können. Weitere Fragen diesbezüglich sind die kapazitiven Aufwendungen für die Lehrmaterialerstellung um quantifizierbare Aussagen zu benötigten Ressourcen treffen zu können. Auch Fragen zur Ausgestaltung und dem Erwerb der IHK-Zertifikation werden thematisiert. Anknüpfend daran gilt es zu klären, in welchem Umfang und durch wen die Wartung und Pflege der Materialien erfolgen kann und mit welchen Aufwendungen dies verbunden ist. Inhaltlich werden Fragestellungen zum Online- und Präsenzanteil sowie zu terminologischen Aspekten bearbeitet, z.B. angestrebte Uhrzeiten sowie Dauer und Länge der einzelnen Unterrichtseinheiten.

Im Fokus der Fragen rund um das Projekt stehen neben den angesprochenen organisatorischen und übergeordneten Fragen die Akteurinnen und Akteure dieses Qualifizierungsangebots. Das sind insbesondere die Lernenden und die Lehrenden, aber auch die regionale Wirtschaft. Bei Letzterer geht es vor allem um die Relevanz und die Bedarfslage, wohingegen bei den Lehrenden etwaige Fortbildungsbedarfe, zeitliche Ressourcenkonstellationen genauso wie die curricularen Anforderungen an die Lernsituationen und die Fragen der methodisch-didaktischen Aufbereitung der Inhalte zentrale Rollen spielen. Für die Lernenden muss der Bedarf an Ausstattung für digitale Lernszenarien zuhause ebenso wie die allgemeinen Anforderungen geklärt werden. Spannend wird dabei sein, aus welcher Motivation heraus Auszubildende die zusätzlichen Zeitaufwendungen auf sich nehmen möchten.