Oberweser-Flusskonferenz in Hameln

Über 220 Teilnehmer aus Institutionen und Kommunen der Region verfolgten am Freitag, dem 11.11.2016 die hochkarätig besetzte Oberweser-Flusskonferenz im Weserberglandzentrum in Hameln. Unter dem Thema „Mehr Flussnatur im Einklang mit Naturtourismus“ hatte der Initiativkreis Oberweser die Umweltminister der 3 angrenzenden Bundesländer Niedersachsen, NRW und Hessen und führende Ministerialbeamte des Bundesverkehrs- und des Bundesumweltministeriums eingeladen, die neu entstandenen Spielräume an der Bundeswasserstraße für eine ökologischere Entwicklung gemeinsam mit der Region voranzubringen. Dabei entstand eine sehr konstruktive Atmosphäre der Akteure auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, die in der Renaturierung der Oberweser für viele Bereiche, gerade auch die Tourismus-Wirtschaft eine Win-Win-Situation sehen.

Flusskonferenz Hameln

Karen Büttner (r.) vom ZZHH hatte schnell die ersten Unterzeichner für die Oberweser-Erklärung gefunden

Höhepunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung der „Oberweser-Erklärung“. Karen Büttner vom Zukunftszentrum Holzminden-Höxter verlas die Erklärung und fand schnell erste Unterzeichner. Mit dieser Erklärung bekennen sich alle Unterzeichner zur natürlicheren Entwicklung der Oberweser, zur Nutzung der bereitstehenden Fördermöglichkeiten und erklären ihre Bereitschaft zur Bildung einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe, um modellhafte Möglichkeiten der Flussrenaturierung schon baldmöglichst umzusetzen. Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Vertreter der Umweltministerien der drei Anrainerländer, elf Anreinerkreise und -kommunen sowie verschiedene Verbände.

Prominentester Redner war der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, der auf das nagelneue Aktionsprogramm niedersächsische Gewässerlandschaften mit umfangreichen Fördermöglichkeiten hinwies. NRW-Umweltstaatssekretär Peter Knitsch begrüßte die Initiative ebenso wie der hessischer Ministerialbeamte Dr. Stephan v. Keitz. NRW habe mit über 80 Millionen € pro Jahr einen der größten „Töpfe“ für Gewässerrenaturierung in Deutschland, meinte Peter Knitsch. „Kein sinnvolles Projekt an der Oberweser wird an Kompetenzfragen scheitern“ versicherte er der Versammlung. Alfred Walter vom Bundesumweltministerium informierte über den aktuellen Entwurf des Programms des Bundesverkehrs- und das Bundesumweltministeriums „Blaues Band Deutschland“, das zukünftig mehr natürliche Lebensräume, Flussdynamik und nachhaltige Erlebbarkeit für Anwohner und Touristen erreichen will. Eine Podiumsdiskussion mit den Landräten Tjark Bartels (Hameln) und Friedhelm Spieker (Höxter), sowie Detlef Aster von der WSV, Birgit Rehsies von der Bezirksregierung Detmold, Anne Rickmeyer vom nieders. NLWKN, Jürgen Lohmann vom Arbeitgeberverband Weserbergland und Jörg Nitsch, stellv. Bundes-Vorsitzender des BUND zeigte das Einvernehmen über eine zukünftig naturnahe Gestaltung der Oberweser und den damit zusammenhängenden Naturtourismus.

Der Initiativkreis Oberweser besteht derzeit aus Vertretungen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, des BUND in Niedersachsen, dem Auenökologischen Zentrum Burg Lenzen, der Stiftung für die Natur Ravensberg und dem Zukunftszentrum Holzmidnen-Höxter.