Regionalkonferenz

Erste Regionalkonferenz am 18.09.2014 mit über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein voller Erfolg

 

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Von links: Jürgen Spier (Wirtschafsinitiative Höxter), Jens Ibendorf und Jan Schametat (Zukunftszentrum Holzminden-Höxter), Jens-Martin Wolff (Holzminden), Landrätin Angela Schürzeberg, Landrat Friedhelm Spieker, Bürgermeister Alexander Fischer (Höxter) und Carl-Otto Künnecke (Weserpulsar)

Mit über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den Landkreisen Höxter und Holzminden war die erste Regionalkonferenz in der Mensa der Fachhochschule OWL in Höxter eine starke Auftaktveranstaltung. Angesprochen waren die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft als Expertinnen und Experten für die eigene Lebenswelt in der Region. In sieben Arbeitskreisen wurde offen und äußerst engagiert über kreative Ideen für eine Kooperation über die Weser hinweg diskutiert. „Wir sind mehr als zufrieden mit der Resonanz“, so Carl-Otto Künnecke von Weserpulsar e.V..
Zunächst gaben Carl-Otto Künnecke und Jürgen Spier von den beiden Wirtschaftsverbänden als Veranstalter der Konferenz einen satirischen Einstieg in die Veranstaltung. Jürgen Spier zeichnete als Landrat des gemeinsamen Kreises Höxtminden eine blumige Utopie mit gemeinsamen Hauptbahnhof, Konferenzzentrum, Spaßbad und sogar einem Flughafen Räuscheberg mit Anbindung nach Amsterdam, München und Frankfurt. Künnecke trieb die negative Vision auf die Spitze indem er ein Bild des ausgestorbenen Landkreises Holzminden zeichnete, der renaturiert werden sollte und touristisch lediglich für Wolf- und Bärenjäger von Interesse wäre.
Im Anschluss an diesen heiteren Einstieg stimmte Jens Ibendorf vom Zukunftszentrum Holzminden-Höxter (ZZHH) die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Kurzreferat über Rahmenbedingungen für erfolgreiche Kooperationsprozesse ein. Er machte deutlich, dass die Regionalkonferenz nur einer von vielen Schritten sei. „Wichtig ist es die lokalen Akteure mit einzubinden“ so Ibendorf. Es sei außerdem wichtig eine Instanz zu schaffen, die angeschobene Prozesse professionell begleitet und weitere Schritte koordiniert. Und es sei wichtig im Schulterschluss mit Politik und Verwaltung zu arbeiten.
Jan Schametat vom ZZHH, der die Regionalkonferenz moderierte, ergänzte Ibendorf: „Die Regionalkonferenz ist einer von vielen pragmatischen Schritten. Sie ist als Ideenschmiede und Grundlage für weitere Prozesse zu verstehen.“ Anschließend führte Schametat in die sieben Arbeitskreise der Regionalkonferenz ein. Die Themen waren kommunale Zusammenarbeit, Bildung und Hochschule, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Arbeit, Gesundheitsvorsorge, Tourismus sowie Kultur und Sport. Knapp zwei Stunden wurde dann zum Teil im Freien bei herrlichem Wetter ganz pragmatisch über Kernfragen der Zusammenarbeit diskutiert.Regionalkonferenz_web2
In der Präsentation der Ergebnisse zeigte sich das enorme Potential der gemeinsamen Gespräche. Alle Gruppen produzierten kreative Ideen und teils sehr konkrete Maßnahmenvorschläge. Der Arbeitskreis Kommunale Zusammenarbeit, der sich stark auf Strukturen und Rahmenbedingungen konzentrierte, hält es für wichtig mit gemeinsamen kleinen smarten Projekten zu beginnen um die Zusammenarbeit ins Rollen zu bringen. Der Arbeitskreis Bildung und Hochschule sieht einen großen Bedarf an Koordinierung und Absprache zwischen den beiden Landkreisen. Bildungsangebote müssten über die Ländergrenzen hinweg vermittelt werden. Gern hätte der Arbeitskreis an dieser Stelle das ZZHH als Koordinationsstelle eingebunden. Im Arbeitskreis Verkehr und Mobilität, der auch fachlich mit Expertinnen und Experten aus beiden Landkreisen besetzt war, wurde erwartungsgemäß heiß diskutiert. Bezogen wurde sich hier unter anderem auf die Politik der gleichwertigen Lebensbedingungen. Hierauf müsse man sich in der Argumentation beziehen, denn beide Landkreise stünden im nationalen Vergleich schlecht da. Ein ganz handfestes Ergebnis des Arbeitskreises war die Einladung eines Höxteraner Vertreters in die Kompetenzgruppe Mobilität des Landkreises Holzminden, die Hans-Peter Sawatzki aus der Arbeitsgruppe in Absprache mit der Landrätin noch am Abend aussprach. Auch im Arbeitskreis Wirtschaft und Arbeit wurden konkrete Vorschläge für eine gemeinsame Zusammenarbeit gemacht. Die Ausweisung gemeinsamer Gewerbegebiete, das Sammeln von Qualifizierungsmaßnahmen aus beiden Kreisen sowie eine engere Vernetzung von Schulen und Unternehmen auch über die Weser hinweg, waren nur einige davon. Die Gruppe nutzte ihre Präsentation auch um auf ein bereits angeschobenes Projekt hinzuweisen. Ein gemeinsamer Handwerkertag soll bereits am 20.09.2014 stattfinden. Der Arbeitskreis Gesundheitsvorsorge stellte sich unter anderem eine gemeinsame Datenbank der Landkreise vor, in denen Angebote gesammelt werden. In der Gruppe Tourismus konnte man sich sogar ein großes gemeinsames Marketing unter dem Dach „Weserbergland-Tourismus“ vorstellen, das die Highlights aus beiden Landkreisen bewerben könnte. Neben dieser großen Vision waren aber auch kleinere pragmatische Schritte wie die Vernetzung der Infrastruktur für den Wechsel zwischen den verschiedenen Angeboten im Gespräch. Der Arbeitskreis Kultur und Sport sieht ein hohes Potenzial beim Ehrenamt und schlägt vor dieses stärker zu würdigen. Ein Büro für Ehrenamt oder ein eigenes Zertifikat konnte man sich unter anderem vorstellen. Als guten Schritt für eine gemeinsame Bewerbung der Angebote diskutierte man über einen gemeinsamen Kulturkalender.
„Die Regionalkonferenz war auch ein sich gegenseitig auf stand bringen und der Anfang eines Vertrauensaufbaus“ fasste Schametat zum Schluss die Stimmung der Konferenz zusammen. Die Atmosphäre war äußerst konstruktiv und getragen von interessierten und engagierten Akteuren aus der Region. Die Ergebnisse der Konferenz sollen in den nächsten Tagen auf den Internetseiten der beiden Wirtschaftsinitiativen sowie vom Zukunftszentrum veröffentlicht werden.
Carl-Otto Künnecke dankte zum Abschluss den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierte Mitarbeit und kündigte bereits eine Folgeveranstaltung Ende November diesen Jahres an, in der mit den Ergebnissen dieser ersten Regionalkonferenz weiter gearbeitet werden soll.